Großer Ärger mit kleiner Briefmarke

Großer Ärger mit einer kleinen Briefmarke: die Post verweist auf ihre AGB, dass Briefmarken nicht geklebt werden dürfen. Foto: FoTe-Press

(mr). Wer kennt das Problem nicht: Man zieht sich eine Briefmarke aus dem Automaten. Mit Speichel befeuchtet man diese, klebt sie auf den Umschlag. Aber hält die Marke dann auch wirklich – bleibt sie haften? Stefan Momm hat so seine Probleme damit. Seine Sendung kam eines Tages wieder zurück. Vermerk der Post: „Bitte zahlen Sie das Postporto.“ Offenbar ist seine Marke bis zur Entwertung (Stempelung im Briefzentrum) wieder abgefallen. Damit aber nicht genug. Auch mit der neuen Briefmarke, die er aus einem Automaten gezogen hatte, gab es Ärger. Einfach unglaublich! Die Post unterstellt von vorn herein einem ehrlichen Kunden, dass er Betrugsabsichten hat.“ Stefan Momm (Name von der Redaktion geändert) verschickt wöchentlich mehrere Maxibriefe, die mit einer 1,45 Euro-Briefmarke zu frankieren sind. Die Marken zieht sich der 27-Jährige meist aus einem Automaten. Dann geht der Ärger auch schon los: Die Briefmarken müssen auf der Rückseite befeuchtet werden und sollten, so sollte man meinen, dann einfach auf dem Umschlag kleben bleiben. Mit dieser Hoffnung steckt Momm die Postsendung in den Briefkasten. Zwei Tage später wird ihm genau dieser Umschlag mit einem gelben Zettel in seinen Hausbriefkasten geworfen. „Es fehlen an dem zu entrichtenden Porto 145 Cent“, steht auf der Mitteilung. Tatsächlich: jetzt fällt Stefan Momm auf, dass die Briefmarke fehlt. „Die muss bei der Entleerung des Briefkastens abgefallen sein“, denkt Momm und ärgert sich. Aber da kommt ihm eine Idee: Er hat doch noch einen Umschlag mit einer bereits aufgeklebten Marke. Da dieser Brief noch länger liegen bleiben kann, schneidet er die Marke aus und klebt sie mit einem Klebestreifen auf den anderen Umschlag, der nun wirklich bald auf die Reise gehen soll – schließlich sind dort wichtige Unterlagen drin.
Noch am selben Tag schmeisst der junge Mann den Maxibrief zum zweiten Male in den Briefkasten. Zwei Tage später das gleiche Spiel, der Brief kommt zurück! Es klebt schon wieder ein gelber Zettel mit gleicher Aufschrift dran. Jetzt reicht es ihm. In der nächstgelegenen Postfiliale erkundigt er sich, warum er denn schon wieder 1,45 Euro berappen müsse – schließlich habe er eine unbenutzte und ungestempelte Briefmarke verwendet. Dort wurde ihm erklärt, dass es nicht prüfbar sei, ob die Marke bereits benutzt wurde oder nicht. Allein deshalb sei das Postwertzeichen ungültig. Die andere Geschichte mit der abgefallenen Briefmarke glaubt der Post-Mitarbeiter schon gar nicht. Briefmarke aus dem AutomarkenAlso muss Momm zum dritten Mal 1,45 Euro bezahlen – für ein und dieselbe Leistung! Pressesprecherin der Deutschen Post in Hamburg, Minou Gaekel-Esfahani, bestätigt, dass es zum einen nicht erlaubt ist, bereits aufgeklebte Briefmarken wieder zu lösen. „Wir können es nicht nachprüfen, ob die Marke nicht schon verwendet wurde oder nicht“, so Gaekel-Esfahani. Zum anderen ist es nicht gestattet, die Postwertzeichen mit Klebestreifen zu befestigen. Was soll man nun machen, wenn die Marke nicht kleben bleibt? „Benutzen Sie einen Klebestift oder eine Klebetube – da spricht nichts dagegen, weil der vordere Teil der Marke unversehrt bleibt.“ – Nur wer hat schon ein solches Utensil dabei, wenn er sich am Automaten eine Marke zieht. So dürfen wir weiterhin hoffen, dass die große Post das Problem mit ihrer kleinen Marke endlich gelöst bekommt…


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