Neue App: „Stolpersteine Hamburg“

Allein in Hamburg machen über 5.100 Gedenksteine im Trottoir auf ermordete Opfer des Nationalsozialismus aufmerksam. Foto: FoTe-Press

(ha). Die Landeszentrale für politische Bildung macht das Hamburger Stolperstein-Angebot auch mobil nutzbar. Die App, die im Playstore und auch bei iTunes kostenfrei heruntergeladen werden kann, bietet vielfältige Möglichkeiten, sämtliche Stolpersteine zu finden, die überall in der Stadt in Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus verlegt worden sind. Ganz einfach können mit dem Mobiltelefon oder Tablet-PC Spaziergänge und Exkursionen zu den Steinen realisiert werden. Aber auch die Recherche zu den Biographien und Geschichten zu den Steinen sind von unterwegs nun möglich. Wer im Suchfeld des App-Stores „Stolpersteine Hamburg“ eingibt, kann sich nach erfolgreichem Download die Routen zu den Stolpersteinen über Google Maps oder die Apple Karten Apps anzeigen lassen. Eine Umkreissuche ist ebenso möglich wie das Auffinden von benachbart verlegten Steinen. Näheres zu den Menschen und den Geschichten „hinter“ den Stolpersteinen kann ebenfalls recherchiert werden: über Namen, Straßenbezeichnung, Stadtteilname oder die Postleitzahl gelangt man zu den Biographien der Opfer. Zu den Personen, deren Biographien schon erforscht werden konnten, liegen unter andrem die früheren Adressen, Geburts- und Todesdatum sowie die Angabe zu den Deportationsdaten vor. Sofern vorhanden sind auch Fotos der Opfer veröffentlicht, teilt die Landeszentrale für politische Bildung mit. Ergänzt wird das Angebot in der App durch eine Beschreibung des gesamten Stolperstein-Projektes sowie der Möglichkeit, selbst eine Patenschaft für Gedenksteine zu übernehmen. Parallel zu diesem mobilen Angebot steht aber auch die reguläre Website zu den Hamburger Stolpersteinen zur Verfügung unter www.stolpersteine-hamburg.de.

Dem Erinnerungs-Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig haben sich seit Beginn 1995 ehrenamtliche Initiativen in zahlreichen europäischen Städten angeschlossen. Allein in Hamburg machen über 5.100 Gedenksteine im Trottoir auf ermordete Opfer des Nationalsozialismus aufmerksam.


Handy am Steuer: die abendteuerlichsten Ausreden

(mr). Den Ortsausgang erreicht, klingelt auch schon das Handy. Die Mutter ist dran und sagt, dass die wichtige Präsentationsmappe vergessen wurde – sie liegt auf dem Küchentisch. Im Auto telefonieren, ist eine tolle Sache. Handy am SteuerAllerdings ist es nicht billig. Aber meist ist es der Punkt in Flensburg, der am meisten schmerzt, wenn man von der Polizei beim Telefonieren am Steuer erwischt wird. Darum müssen sich immer wieder Gerichte mit Einsprüchen der Verkehrssünder beschäftigen. Die kommen oft mit den irrsinnigsten Ausreden. Norbert H. beispielsweise fuhr mit seinem Fahrrad zur Arbeit, als sein Handy klingelte. „Ich fahre öfter freihändig. Also kann ich doch auch telefonieren.“ Oder Anita H. zum Beispiel. Sie trägt eine Zahnspange und behauptete allen ernstes: „Ich habe nicht telefoniert, sondern mir meine Spange mit dem Daumen von unten nach oben an den Oberkiefer gedrückt.“ Weiterer Fall: Stefan P. gab vor Gericht an, mit einem Feuerzeug seine Zigarette angezündet zu haben. Dann hätte sein Ohr gejuckt. Es war also nur ein Feuerzeug, kein Handy, das er am Ohr gehalten hätte. Auch Kathrin S. aus Bergedorf kämpfte gegen ihr Bußgeld und den Punkt in Flensburg. Bei ihr war es ein Hörgerät, das sie in Verdacht des Telefonierens während der Autofahrt brachte. Sie hätte lediglich die Batterien ausgetauscht, mehr nicht. Vor Gericht brauchte sie allerdings keine großartige Rechtfertigung mehr abzugeben: Die Polizeibeamten konnten sich gar nicht mehr an den Vorfall erinnern.
Es ist schon Wahnsinn, was sich Richter und Polizisten so alles anhören müssen. Bei dem einen Verkehrssünder war’s ein Spielzeug-Handy, bei anderen ein Diktiergerät. Es kommen auch immer wieder Rasierer, Fotokameras oder Parfümflaschen ins Spiel. Alles nur Ausreden, um das Bußgeld nicht bezahlen und einen Punkt in Flensburg einfangen zu müssen. Meist ist es aber eindeutig, dass die Fahrer mit einem Handy am Steuer gesessen haben – und die Verkehrsteilnehmer werden verurteilt.


Im Chat lauert oft der „böse Onkel“
– Kinder werden ganz leicht zu Opfern

(mr). Es fing ganz harmlos an. Die 13-jährige Bianca lernte vor einiger Zeit in einem Chatroom einen Mann kennen. Dieser gab sich als Fotograf aus und versprach der Schülerin eine Model-Karriere. Er lockte sie zu sich nach Dienstwagen der Polizei HamburgHause. Dort zwang er das Mädchen, Badebekleidung anzuziehen. Die Mutter ahnte von alledem nichts. Chat, Internet, Computertechnik – Fremdwörter für die Mutter. Dass im Internet auch Sex-Kontakte zustandekommen können, ist der Frau nicht bewusst. So kommen mehrere Treffen mit Tochter Bianca und dem Fotografen zustande. In erster Linie geht es ihm aber nicht um Fotos, die er auf einschlägigen Internetseiten veröffentlicht. Er will Sex. Sex mit einer Minderjährigen. Bianca ist damit einverstanden. Die zahlreichen Geschenke, die sie von dem 38-jährigen Fotografen bekommt, schätzt sie sehr. Die ganze Geschichte behält Bianca für sich. Weder Freundinnen noch Eltern erzählt sie etwas von den Treffen. Doch in der Schule verplappert sie sich eines Tages. Ein Lehrer bekommt von dem Vorfall alles mit. Der Pädagoge zögert nicht und schaltet die Polizei ein. Zum vereinbarten Treffpunkt kommt beim nächsten Treffen nicht Bianca, sondern die Polizei. Festnahme. Für die Ermittler ist dies kein Einzelfall: Immer öfter suchen Pädophile über das Internet Kontakt zu ihren Opfern – nicht immer sind es junge Mädchen. Auch auf Knaben haben es Pädophile abgesehen. Gerade im Zeitalter von Webcam und Fotohandy werden Kinder dazu animiert, sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen, diese zu filmen und an die Pädophilen zu versenden.

Wenden Sie sich unbedingt an Ihre Polizeistation, wenn:
– Ihr Kind mit pornografischem Material (auch Kinderpornografie) belästigt wird (meist per E-Mail)
– Ihr Kind im Chat zu sexuellen Handlungen an sich selbst aufgefordert wird
– Ihr Kind verbal sexuell belästigt wird („hast du schon Schamhaare“)
– Ihrem Kind für sexuelle Handlungen (an sich selbst oder einer anderen Person) Geld angeboten wird.

Tipp: Kopieren Sie alle E-Mails sowie den Dialog im Chatraum (CD-Rom, Diskette). Verzeichnen Sie Datum, Uhrzeit, Anbieter, Chatraum und die Internetadresse des Täters (unbedingt auch den Nicknamen!) und schildern Sie kurz den Sachverhalt. Geben sie die Unterlagen in ihrer Polizeistation ab und lassen sie Ihre Kinder möglichst nie allein chatten.