TV-Kommissar trifft TV-Köchin

TV-Köchin Cornelia Poletto sitzt an der Kasse eines Geschäftes im Stadtteil Eppendorf. Schauspieler Veit Stübner (rechts) kommt als Kunde zufällig vorbei... Foto: FoTe-Press

(mr). Veit Stübner, bekannt als Kriminalhauptkommissar Schroeter in der Serie „Heiter bis tödlich – Morden im Norden“ geht nichts ahnend in den Bioladen „Temma“ in der Eppendorfer Landstraße. Mit seinem Einkauf in der Hand stellt er sich an die Kasse und traut seinen Augen nicht: da sitzt doch tatsächlich TV-Köchin Cornelia Poletto. Nein – die Spitzenköchin hat keinesfalls die Branche gewechselt. Der Grund warum Cornelia Poletto eine ganze Stunde an der Kasse des Bioladens saß: sie rührt die Werbetrommel für die Spendenaktion „Aufrunden, bitte!“ Vom  6. bis zum 10. Juni 2016 fand sie wieder statt, die „Woche des Aufrundens“, Deutschlands größte Prominentenaktion gegen Kinderarmut. Bundesweit saßen zahlreiche Prominente aus Medien, Sport und Politik ehrenamtlich an Kassen, mit einem Ziel: Menschen zum Aufrunden von Cents zu mobilisieren und damit Kinderarmut in Deutschland zu bekämpfen. Initiator ist die unabhängige Spendenbewegung „Deutschland rundet“ auf. „Ich erlebe immer wieder, dass sehr viele Kinder hier in Deutschland nicht wissen, was gesunde Ernährung ist und wie wichtig sie für ihr weiteres Leben ist. Auch Bildungschancen sind stark abhängig von der sozialen Herkunft. Mit „Deutschland rundet“ auf kann jeder diesen Kindern eine Chance geben“, sagt Cornelia Poletto zu ihrem Engagement. In der Woche des Aufrundens haben sich zahlreiche Prominente, darunter Marie-Luise Marjan, Guido Cantz und Sven Hannawald, in ganz Deutschland für die Spendenbewegung „Deutschland rundet“ auf an die Kasse gesetzt – mit einem Ziel: Menschen zum Aufrunden von Cents zu mobilisieren und damit Kinderarmut in Deutschland zu bekämpfen. Nun wurde die Marke von 111 Millionen Aufrundungen Aufrunden bittegeknackt. Damit wurden insgesamt, seit Start der Spendenbewegung im März 2012, mehr als 530 Millionen Cents gespendet.


TV-Köchin Cornelia Poletto sitzt an der Kasse eines Geschäftes im Stadtteil Eppendorf. Foto: FoTe-Press


Smartphones: Fluch und Segen zugleich

Glosse von Matthias Röhe

Kaum zu glauben, aber früher war ein Date richtig kompliziert. Entweder ging man in die örtliche Discothek oder in eine Kneipe. Um dahin zu kommen, wurden gedruckte Buspläne studiert, persönlich mit Freunden ein vorheriger Treffpunkt vereinbart und über eine gelbe Telefonzelle ein Taxi gerufen. Dann mussten wir in der meist überfüllten Disco oder Kneipe warten, bis alle da waren. Heute regelt das alles das Smartphone – alles Alleskönner. Über die Dating-Apps „Loovoo“ oder „Tinder“ ist bereits vorher geklärt, wer sich mit wem wann und wie trifft. Wenn etwas Aufregenderes kurzfristig dazwischen kommt, wird mal eben per Facebook-Messanger oder Whatsapp-Nachricht abgesagt. Früher musste Mut aufgebracht werden, um mit dem anderen Geschlecht ins Gespräch zu kommen. Heute werden Fotos wildfremder Personen geliked und eindeutige Kommentare verfasst. Beruht das Liken auf Gegenseitigkeit, so sind die Ziele definiert und es geht zur Sache. Unkompliziert, schnell und ohne große Überwindung. Ähnlich mit einem Videodreh: früher wurde eine Videokamera gebraucht, um Aufnahmen zu machen. Heute zückt man das Smartphone und macht eine gestochen scharfe Aufnahme in HD. Abends wurde nach den Nachrichten der Wetterbericht geschaut, um zu wissen, was einen am nächsten Tag erwartet. Heute werden nach Tageszeit sortiert genaueste Wetterprognosen aufgezeigt. Smartphones sind in unserer heutigen Konsumgesellschaft selbstverständlich. So entwickeln sie für den Benutzer einen sehr hohen Stellenwert in ihrem Leben. Smartphones dienen nicht mehr nur der Kommunikation allein, sondern wachsen vielmehr zu Prestigeobjekten heran: Wer eines hat, der ist angesagt. Posten, an welchem Strand gerade Urlaub gemacht wird. Einen Arzt- oder Behördentermin per Online-Formular vereinbaren – alles ist möglich, immer und überall. Die neuesten Entwicklungen zeigen allerdings, dass diese mobilen Geräte das Sozialverhalten verändern, weil ihre Benutzung immer mehr den Umgang mit Menschen ersetzt. Sicher haben wir auch früher Computerspiele gespielt. Aber das war dann bei einem Kumpel Zuhause vor einem Fernseher. Heute dattelt jeder vor sich hin – in der U-Bahn, im Zug, im Bus. Selbst wenn es in der Diskothek mit dem Kennenlernen nicht klappt, wird verzweifelt aufs Display des Smartphones geschaut. Kommt dann allerdings ein Tanzpartner hinzu, wird schnell ein Selfie gemacht und gleich im sozialen Netzwerk geteilt. Wahnsinn. Ehrlich gesagt ist es mir wichtiger, eine Cola mit jemandem zu teilen. Auch ein Bett gehört dazu. Wichtig ist doch, sich persönlich in die Augen zu schauen und sich Komplimente zu machen. Ja, es war früher kompliziert. Nach Frauen Ausschau zu halten, den Mut aufzubringen, sie anzusprechen. Heute ist es einfacher: Bilder anzuklicken Smartphoneund zu entscheiden: ja oder nein. Aber früher wurde nach dem Charakter geschaut, das Verhalten beobachtet. Ist es ein fröhlicher oder eher introvatierter Mensch? Ich mag es kompliziert. 

Ein Smartphone in der Hand einer Person. Foto: FoTe-Press

Gedicht: Das Smartphone 

Ein wichtiges Schreiben verschickt per Fax,
Börseninfos eingeholt, wie steht der Dax?
Wie ist das Wetter, die Temperatur?
Stets minutengenau: die weltweite Uhr.
Mal eben gekauft ein modisches Shirt,
kurz gechattet für einen abendlichen Flirt.
E-Mails erhalten und `ne Antwort verschickt,
kurz telefoniert und geklärt, wie der andere tickt.
Während der Zugfahrt ein Video gedreht,
im Internet geschaut, wie ein Unwetter entsteht.
Wie ist die Nachrichtenlage in der Welt?
Wo schlafe ich heute Nacht? Im Hostel oder Zelt?
Ein Blick auf das Navi, ich erfahre den Weg.
Mal eben per Whats App erfragt, wie`s dem anderen geht.
Mit dem Taschenrechner einen Preis eruiert,
ein Online-Spiel gespielt. Zu zweit, zu dritt oder zu viert.
Ein paar Fotos gemacht zu Erinnerung,
nebenbei Musiktitel gehört im Hörfunk.
Ein Smartphone ersetzt quasi 30 Geräte,
es ist kein Messer, auch keine Machete.
Es ist ein praktisches Allround-Talent:
Radio, Telefon, Fax, Videokamera – alles äquivalent.
In der U-Bahn, Einkaufszentren oder in der Schule,
im Zoo, im Auto oder einer Baggerkuhle.
Das Smartphone ist aktiv an fast jedem Ort.
Niemand, fast niemand, wünscht es sich wieder fort…