Tauchergruppe vor dem Aus?

Benjamin Swyter (29) und Christoph Bodmann (28) stehen vor dem Sonderfahrzeug der Tauchergruppe. In wenigen Wochen fällt die Entscheidung, ob die Tauchergruppe aufgelöst und an andere Rettungsdienste überlassen wird. Foto: Röhe

(mr). Im Alarmfall wählen Bürger die 112. Jetzt ist es die Feuerwehr selbst, die Alarm schlägt. Denn aufgrund von Sparmaßnahmen des Senats werden etwa 140 Stellen bis Juni 2013 umgeschichtet. Auch in der Feuerwache F 25 in der Wöhlerstraße 28 in Billstedt, die für die Bereiche Horn, Billstedt, Rothenburgsort, Billbrook, Moorfleet, Tatenberg, Spadenland und Ochsenwerder zuständig ist, dreht sich das Personalkarussell. „Bis jetzt sind es nur Pläne, aber es könnte sein, dass wir die Tauchgruppe auflösen“, sagt Henrik Fresse, Sprecher der Feuerwehr Hamburg. „DLRG, Polizei und weitere Rettungsdienste sind mit ihren Tauchergruppen gut aufgestellt. Wenn uns nichts anderes übrig bleibt, könnte die Auflösung unserer Spezialeinsatzgruppe (SEG) umgesetzt werden“, ergänzt der 39-Jährige. 1816 Feuerwehrleute sorgen derzeit für die Sicherheit in der Hansestadt. Ob Brandbekämpfung, Höhen- oder Tierrettung oder beispielsweise Hilfeleistung im Rettungswesen – insgesamt gibt es 2400 Mitarbeiter, die für knapp 1,8 Millionen Menschen im Einsatz sind. „Das ist zu wenig. Jetzt sollen bis Juni 2013 auch noch 140 Stellen umgeschichtet werden“, sagt Daniel Dahlke, Feuerwehrmann und Landesvorsitzender des Berufsverbands der Feuerwehr. In einem offenen Brief (www.bv-feuerwehr.eu) findet Dahlke deutliche Worte an Bürgermeister Scholz und fragt: „Muss es erst Tote geben? Statt die Feuerwehr vernünftig auszustatten, kann seit Januar 2013 eine Wache personell nicht mehr besetzt werden. Viele Fahrzeuge können nicht mehr verlässlich besetzt werden, sondern nur noch in Doppelfunktion. Also wenn gerade kein anderer Einsatz stattfindet“, sagt der Landesvorsitzende. In der Feuerwache Billstedt arbeiten derzeit 114 Personen, inklusive Wachführer. „Wir rechnen damit, dass sechs Stellen in dieser Wache umgeschichtet werden“, sagt Daniel Dahlke.

Der wachsenden Stadt, den zusätzlichen Aufgaben und vor allem den jährlich neuen Rekordeinsatzzahlen sei in den vergangenen Jahren, abgesehen von einnahmefinanzierten Stellen für zusätzliche Aufgaben im Rettungsdienst und der Leitstelle, nicht mit der erforderlichen Anpassung der Personalstärke begegnet worden. Stattdessen habe die Politik immer wieder die Einsparung von Sachausstattung und Personal bei der Feuerwehr gefordert. „Das Ergebnis ist eine kaputt gesparte Feuerwehr Hamburg. Damit hat sich die Sicherheitslage für alle Bürger dieser Stadt dramatisch verschlechtert“, empört sich Daniel Dahlke. „Die Kritik teilen wir nicht. Wir haben eine Ausbildungsinitiative gegründet und bilden im Jahr 80 Feuerwehrmänner aus. Natürlich braucht die Feuerwehr mehr Personal. Aber das ist nicht von heute auf morgen machbar“, sagt Frank Reschreiter, Sprecher der Innenbehörde. Auf Grundlage des „Strategiepapiers 2010“ (wurde von der Innenbehörde in Auftrag gegeben, um Probleme und Lösungsvorschläge der Feuerwehr zu finden) fehlen in Hamburg 200 Stellen an den Wachen. „Es werden keine neuen Stellen geschaffen, sondern nur Stellen umgeschichtet. Das kann nicht die Lösung sein“, sagt Daniel Dahlke.


Mit spektakulärer Kampagne warnt die Krebshilfe vor Solarien

(ha). Mit einer außergewöhnlichen Kampagne will die Deutsche Krebs-hilfe verhindern, dass sich insbesondere junge Menschen den gefährlichen Strahlen im Solarium aussetzen. Im Internet konnte ein vermeintliches Experiment beobachtet werden, bei dem ein Schwein im Labor mit UV-Strahlen verbrannt wird. Viele Menschen waren so empört, dass die Aktion im Internet vorzeitig abgebrochen wurde. Doch: „Menschliche Haut reagiert mindestens genauso empfindlich auf UV-Strahlen wie die Haut eines Schweines“, erklärt Professor Dr. Eckhard Breitbart, Medizinisches Fachausschussmitglied der Deut-schen Krebshilfe und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP). Das Risiko, am besonders aggressiven schwarzen Hautkrebs, dem malignen Melanom, zu erkranken, verdoppelt sich, wenn Solarien bis zu einem Alter von 35 Jahren regelmäßig genutzt werden. Etwa 224.000 Menschen erkranken derzeit bundesweit jährlich neu an Hautkrebs, 26.000 davon am malignen Melanom. Tendenz steigend. „Dennoch bräunen sich etwa 3,5 Millionen Menschen dieser Altersgruppe hierzulande im Solarium, darunter immer noch 167.000 Jugendliche“, sagt Eckhard Breitbart. Das vermeintliche Experiment: Über mehrere Tage wird ein Schwein in einem For-schungslabor mit ultraviolettem Licht bestrahlt. Das Schwein leidet zunehmend.

Auf eine leichte Rötung der Schweinehaut folgt im Verlauf des „Experiments“ ein schwerer Sonnenbrand. Schließlich sind Brandblasen und Entzündungen zu erkennen. Die wissenschaftlich anmutende Webseite, die angeblich von Forschern zur Dokumentation des streng geheimen Tierversuchs erstellt wurde, sorgte in den vergangenen Tagen für eine Welle der Empörung im Internet. Hundertausen-de Internetnutzer – insbesondere junge Menschen – diskutierten das Experiment. Doch dann kommt die Entwarnung im Rahmen der Sendung stern TV: Der Labor-versuch war nur gespielt, dem Schwein geht es gut. Hinter dieser provozierenden Kampagne steckt die Deutsche Krebshilfe, die mit den drastischen Bildern vor allem junge Menschen wachrütteln will. „Solarien sind eine vor allem von jungen Menschen stark unterschätzte Gefahr“, betont Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. „Wir können gar nicht genug davor warnen: Wenn ich regelmäßig ins Solarium gehe oder mich stundenlang in die Sonne lege, gefährde ich meine Gesundheit, riskie-re Hautkrebs und bringe vielleicht sogar mein Leben in Gefahr.“
Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigen die Ergebnisse der SUN STUDY 2012: Solariennutzer sind jung. Vor allem Menschen bis zu einem Alter von einschließ-lich 35 Jahren setzen sich besonders häufig künstlichen UV-Strahlen aus. Derzeit sind dies etwa 3,5 Millionen Bundesbürger. Schockierend: „Etwa 167.000 der derzeitigen Solariennutzer sind minderjährig. Nach geltendem Recht müssen Betreiber von Sonnenstudios Jugendlichen den Zugang zu Solariengeräten aber verweigern“, erklärt Breitbart. „Angesichts von jährlich 224.000 Hautkrebsneuerkrankungen in Deutschland und etwa 3.000 Menschen, die jedes Jahr an Hautkrebs sterben, müssen wir vor allem die junge Bevölkerung noch deutlicher über die Risiken der Solariennutzung aufklären“, fasst Nettekoven zusammen.
Ein Schicksal, dass dem Schwein Rosi erspart geblieben ist. Rosi heißt eigentlich Smarty und hat bereits in vielen Filmen und Werbespots mitgespielt. Sonnen-brand und Wunden sind das Werk professioneller Maskenbildnerinnen, die For-scher im wirklichen Leben Schauspieler, die UV-Strahlen blaues Licht und das Forschungslabor ein Filmkrankenhaus in Berlin. Innerhalb von knapp zwei Tagen wurden Filme und Fotos erstellt, die auf der Forscher-Webseite einen Versuchsver-lauf von acht Tagen simulieren, auch die auf der Webseite veröffentlichten Vitalparameter scheinen einem realen Versuchsverlauf zu entsprechen. In enger Zusammenarbeit mit einem Veterinärmediziner wurde während der Filmarbeiten der Gesundheitszustand des Filmschweins am Set permanent überprüft.
Weitere Informationen gibt es auf der Aktionsseite www.rosi-hat-schwein-gehabt.de sowie auf www.krebshilfe.


Mit den Freien Christlichen Pfadfindern auf Tour gehen

(mr). Singen, Spielen, Kochen, Wimpel basteln, Pfadfinder-ABC und Morsezeichen auswendig lernen. Dies sind nur wenige Beispiele für die Vielseitigkeit der Pfadfinder. Die Freie Christliche Pfadfinderschaft Hamburg (FCP) ist eines von vielen Pfadfinderteams und gliedert sich in mehreren Gruppen: zwei Meuten (7-11 Jahre) und drei Sippen (11-16 Jahren), sowie weitere für ältere Pfadfinder. Neben dem Singen traditioneller Volkslieder („Gehe nicht, oh Gregor“, „Du machst Kleinholz“ oder dem Sippenlied „Es war an einem Sommertag“) stehen auch viele Fahrten kreuz und quer durch Deutschland auf dem Programm. Birthe Hauzinski leitet die Sippe „Wildkatzen“, die aus sechs Mädchen zwischen 11 und 16 Jahren besteht. „Wir bereiten gerade unsere nächste Fahrt ins Sauerland vor, die demnächst bevorsteht“, ergänzt die Pfadfinderin. Mit der Bahn geht’s auf die Reise: mit Pfadfinderkluft, Rucksack, Reiseproviant und natürlich den Jurten und Kohten (schwarze Pfadfinderzelte). Übernachtet wird selbstverständlich draußen in der Natur – bei Regen und Wind. „Naturverbundenheit gehört einfach dazu“, sagt Birthe Hauzinski. Meist fragen sie Bauern, ob sie für eine Nacht auf deren Koppel übernachten dürfen. Ansonsten wird sich in einem Waldgebiet ein nettes Plätzchen gesucht. Jedes Teammitglied (Neuling, Wölfling, Pfadfinder, Rover oder Späher) hat einen eigenen „Pfadfindernamen“. „Je nach Charaktereigenschaften und lustigen Erlebnissen bekommt jeder von uns einen Spitznamen“, sagt Jacklyn Reschke. „Dabei wird derjenige mit allen möglichen Flüssigkeiten getauft – ganz nach Pfadfindertradition.“ Pfadfinderarbeit bedeutet, Jungen und Mädchen ab 6 Jahren einen Weg zur Entwicklung ihrer Persönlichkeit zu weisen, der sie zu weltoffenen, selbstständig denkenden, naturnahen und verantwortungsbewusst handelnden Menschen werden lässt. Bei den regelmäßigen Treffen werden als Mittel der pfadfinderischen Erziehung unter anderem die zehn Pfadfindergebote, verschiedene Versprechen, die gemeinsame Kluft, die Erlebnisse in freier Natur (Schnitzeljagd, Waldspiele) und vor allem die Gemeinschaft, in der jeder Aufgaben und Verantwortung übernimmt, eingesetzt. Jeder darf mitmachen, auch ohne Konfession. „Wir vermitteln allerdings christliche Werte. Damit sollte ein jeder umgehen können“, sagt Birthe Hauzinski.

Gruppenstunden: „Luise“ im Luisenweg 16a, 20537 Hamburg. Montags von 16.30 Uhr bis 18 Uhr (Jungen und Mädchen von 7-10 Jahren), montags von 18 bis 19.30 Uhr (Jungen und Mädchen von 10-14 Jahren), donnerstags von 18 bis 19.30 Uhr (Mädchen von 12-16 Jahren).

„PhiRi, Philippus-Rimbert Gemeinde, Manshardtstraße 105b, 22119 Hamburg. Dienstags von 17.30 Uhr bis 19 Uhr (Mädchen von 14-16 Jahren), freitags von 16 bis 18.30 Uhr (Jungen und Mädchen von 7-12 Jahren). www.fcp-hamburg.de


Sängerin Alexandra wohnte in Rothenburgsort

(mr). „Accordéon“, „Mein Freund, der Baum“, „Zigeunerjunge“ oder „Zwei Gitarren“ – mit diesen Liedern verzauberte Alexandra bis Ende der 1960er Jahre Millionen von Deutschen. Im damals zum Deutschen Reich gehörenden Memelland wurde sie geboren, wohnte eine Zeit lang in Kiel. Alexandra hatte entscheidende Jahre ihres Lebens allerdings in Rothenburgsort verbracht. Auf einem damaligen Schrottplatz auf der gegenüber liegenden Straßenseite, campierten damals Zigeuner, die sie zu dem Titel „Zigeunerjunge“ inspirierte. Dort entstanden auch erste Fotoaufnahmen der Sängerin Alexandra, die mit bürgerlichem Namen Doris Nefedov hieß. 1961 zog sie mit ihrer Mutter und den beiden Schwestern aus Kiel nach Rothenburgsort. Dort begann sie ihre Ausbildung und arbeitete fleißig, jobbte und kellnerte, um ihren Lebenstraum, Sängerin und Schauspielerin zu werden, zu verwirklichen.

AlexandraIn dem Hochhaus am Rothenburgsorter Marktplatz 5 (Foto links) lebte die erfolgreiche Sängerin zu Zeiten ihres Erfolgs. 1963 brachte sie ihren Sohn Alexander in Hamburg zur Welt. Erst drei Jahre später gelang ihr der Durchbruch zu einer steilen Karriere. Am 31. Juli 1969 dann das traurige Ende einer beispielhaften Karriere: sie verunglückte tödlich bei einem Verkehrsunfall in der Nähe von Albersdorf und Tellingstedt (Kreis Dithmarschen). Ihr zu Ehren wurde im Mai 2007 die Straße Am Harken in „Alexandra-Stieg“ umbenannt.Alexandra

„Alexandra-Stieg“, benannt nach der Sängerin Alexandra, in Hamburg-Rothenburgsort. Fotos: Röhe