Doppeltaufe für Hamburgs Eisbrecher

Die Hamburg Port Authority (HPA) hat ihre Flotte durch zwei neue Mehrzweckschiffe erweitert, die in der Hansestadt feierlich getauft worden sind. Schauspielerin Sanna Englund war Taufpatin der "Johannes Dalmann". Foto: FoTe-Press

(ha). Gleich zwei Eisbrecher hat die Hamburg Port Authority (HPA) am 22. März mit „Hugo Lentz“ und Johannes Dalmann“ in ihre Flotte aufgenommen. Die auf der Hitzler Werft in Lauenburg (Schleswig-Holstein) gebauten neuen Einheiten wurden von der Schauspielerin Sanna Englund („Notruf Hafenkante“) und von Mitarbeiterin Marina Stülten getauft. Beide Taufpatinnen ließen traditionell je eine Flasche Sekt an den Rümpfen der Neubauten zerspringen.
Mit „Hugo Lentz“ und „Johannes Dalmann“ hat die HPA zwei moderne Mehrzweckschiffe in ihre Flotte aufgenommen. Mehrzweckschiffe deshalb, weil sie elf Monate im Jahr im Hafen für Schlepp- und Transportarbeiten eingesetzt würden – in einem Frostmonat als Eisbrecher, erklärte Hafenkapitän Jörg Pollmann bei der Taufe.  Damit ist das Erneuerungsprogramm der Eisbrecherflotte abgeschlossen. Die beiden Neubauten, die bei Eisgang als Eisbrecher im Hamburger Hafengebiet und auf der Stromelbe im Einsatz sind und Eis bis einer Dicke von 45 Zentimeter brechen können, ersetzen ihre gleichnamigen Vorgänger, die seit Jahrzehnten im Hamburger Hafen ihren Dienst taten. Beide Schiffe sind nach Angaben der HPA besonders emissionsarm. Sie sind mit Rußpartikelfiltern, wassergeschmierten Wellenanlagen sowie stromsparender LED-Technologie ausgerüstet. Zudem bunkern beide Eisbrecher den emissionsarmen Kraftstoff GTL (Gas to liquid). Die Schiffe verfügen außerdem über einen Landanschluss zur Stromversorgung im Liegebetrieb.
„Johannes Dalmann“ und „Hugo Lentz“ sind mit leistungsstarken Antrieben ausgerüstet. Eisbrecher sind für den Hochwasserschutz Hamburgs von Bedeutung, denn sie verhindern, dass sich Eisblockaden bilden, die Wasser und Eis aufstauen und so den Druck des Eises auf die Deiche erhöhen. Zudem kann durch ihren Einsatz bei starkem Frost der Fähr- und Hafenschiffsverkehr sichergestellt werden.


Löwe von Familiengrab Hagenbeck gestohlen

(ha/ds). Auch drei Jahre nach dem Verschwinden des Löwen vom Familiengrab Hagenbeck auf dem Friedhof Ohlsdorf gibt es noch immer keine Spur von der Figur. Erschütterung und Fassungslosigkeit löste am 7. Januar 2014 eine Nachricht in der Familie Hagenbeck aus. Die Hamburger Friedhöfe verkündeten die Nachricht vom Diebstahl dGrabstätte Familie Hagenbeckes Grabschmucks auf dem Familiengrab Hagenbeck. Es handelt sich um eine lebensgroße Bronzestatue des Löwen Triest, des Lieblingstieres von Tierparkgründer Carl Hagenbeck. „An dieser Darstellung des schlafenden Löwen hängen nicht nur Familienerinnerungen, sie ist auch ein Kunstgegenstand“, heißt es in einer Presseerklärung der Familie. Der Tierbildhauer Josef Pallenberg fertigte die Skulptur an. Er war auch der Schöpfer der Bronzefiguren auf dem historischen Jugendstiltor im Tierpark.
Löwe Triest jedoch ist unersetzlich. Dieser Bronzediebstahl ist ein weiterer in einer Reihe auf dem Friedhof Ohlsdorf. Seit 2011 ist die Problematik bekannt. Die Friedhofsverwaltung steht seitdem in engem Kontakt mit der Polizei. Alle Bronzen wurden katalogisiert und der Bestand wird regelmäßig kontrolliert. Zusätzlich wird die Reiterstaffel der Polizei auf dem Gelände eingesetzt. Auch wenn die Hoffnung nicht groß ist, bittet die Familie Hagenbeck eventuelle Zeugen, sich bei der Polizei zu melden. Vielleicht ist es noch nicht zu spät, um das unersetzliche Kunstwerk zu retten. Die entwendete Löwenfigur sei nach Angaben der Familie Hagenbeck ein kostbares historisches Einzelstück. Umso mehr schmerzt es die Familie, wenn vermutlich Buntmetallräuber die Skulptur ausschließlich wegen des Metallwerts entwendet haben. Es wurde bereits Strafanzeige erstattet. Erst im Frühjahr 2013 wurde vom Familiengrab Hagenbeck das Bronzetor entwendet. Da kurze Zeit vorher die Grabstelle komplett renoviert wurde, gab es Fotos, auf denen auch das Bronzetor gut zu erkennen war. Nach diesen Aufnahmen wurde eine Replik aus Edelstahl angefertigt.


Spanner bei Großveranstaltungen

(mr). Hafengeburtstag, Alstervergnügen, Schlagermove oder sonstige Stadtfeste – wo gefeiert und viel getrunken wird, muss auch viel wieder ausgeschieden werden. Öffentliche Toiletten sind in Hamburg Mangelware und die mobilen Toiletten, die anlässlich von Großveranstaltungen extra aufgestellt werden, sind schnell überlastet. Aber der nächste Vorgarten oder Park mit Gebüsch ist ja nicht weit und wird schnell angelaufen, um sich zu erleichtern. Bei Männern kein Problem: sie gehen blitzschnell an den nächsten Baum. Bei Frauen sieht es etwas anders aus. Sie müssen in ein Gebüsch gehen, um sich nicht den Blicken von zahlreichen Zuschauern auszusetzen.

Aber genau dies ist natürlich auch Spannern bekannt, die schon in dem Gebüsch lauern und regelrecht auf Frauen warten, um denen beim Urinieren zuzuschauen. Es gibt aber auch männliche Wesen, die vor dem Gebüsch warten, bis Frauen dieses betreten und denen dann hinterher laufen. Bemerken die Frauen dies, ist das Geschrei dann groß. „Hau ab“, rufen die meist jungen Frauen dann zu. Nützen tut das nichts. Dreiste Spanner sagen dann „Stell dich nicht so an, ich will doch nur zuschauen“. Einige Frauen gehen dann sofort wieder aus dem Gebüsch heraus und nehmen eine lange Warteschlange vor den mobilen Toiletten in Kauf. Andere hingegen lassen die Blicke der Spanner über sich ergehen.

Ist Spannen denn nun strafbar, wie ist die Rechtslage tatsächlich? Die Antwort lautet: Das “normale Spannen” – also das Beobachten fremder Personen ist im Normfall nicht strafbar. Wer zufällig jemanden dabei beobachtet, wie er sich in der Öffentlichkeit erleichtert, begeht keine strafbare Handlung. Denn: Keine Strafe ohne Gesetz. Und im Gesetz gibt es keine Zeile über das Spannen.

Dennoch sollten Spanner vorsichtig sein: wer nun sein Smartphone zückt und ein Erinnerungsfoto von den Frauen schießt, macht sich nach  § 201a StGB („Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen“) strafbar, wenn das Fotografieren heimlich in einer Wohnung oder im geschützen Bereich (wie zum Beispiel in einer Umkleidekabine oder Toillette) geschieht. Dann droht eine Geldstrafe oder eine Feiheitsstrafe bis zu einem Jahr. Dies gilt auch für Räume zwischen mobilen Toiletten oder unmittelbar dahinter. Wenn aber die Fotografien nicht in der Wohnung oder im geschützen Bereich aufgenommen werden, sondern in einem Gebüsch in einem Park beispielsweise, kann immerhin noch eine Verletzung des Kunsturhebergesetzes in Betracht kommen. Das reine Fotografieren ist danach zwar nicht verboten, aber das Veröffentlichen und Verbreiten der Fotos. Fürs private Fotoalbum wäre es also nicht verboten, die Bilder zu benutzen. Wohl aber das Einstellen im sozialen Netzwerk. Dann können sowohl Schadenersatzansprüche als auch – bei Wiederholungsgefahr – Unterlassungsansprüche des Fotografierten bestehen.

Betritt ein Spanner sogar ein fremdes Grundstück kommt auch eine Strafbarkeit nach § 123 StGB wegen Hausfriedensbruch in Betracht.

Folgt ein Spanner einer Frau und stellt sich genau hinter oder neben her, so kann es eine Beleidigung auf sexueller Basis darstellen.

Spanner in Hamburg

Eine junge Frau geht in ein Gebüsch. Ein Spanner lauert bereits vor dem Eingang und folgt der jungen Frau. Genau hier kann eine strafbare Handlung beginnen. Fotos: FoTe-Press


Aggressive Bettler an der Ampel

(mr). Autofahrern sind sie ein Dorn im Auge: Bettler an der Ampel. Im vergangenen Jahr standen sie vorwiegend in der Innenstadt – nun haben sie sich im Kreuzungsbereich Bürgerweide Ecke Wallstraße breit gemacht. Oft gegen den Willen der Autofahrer wischen sie einfach die Frontscheiben. Wer dann der Aufforderung nach Geld von den osteuropäischen Personen nicht nachkommt, muss zum Teil aussteigen und die Scheibenwischer oder Außenspiegel zurückrücken. Ein leichter Schlag gegen die Seitenscheibe kommt auch schon mal vor. Dabei waren die Bettler auch schon mal kreativ: Clowns jonglierten vor den Autos. Warum jetzt wieder zum Teil aggressives Fensterputzen an den Autos? Nachfragen sind unerwünscht. „Das Betteln auf der Fahrbahn ist ein Eingriff in den Fließverkehr und ist deshalb eine Angelegenheit der Polizei“, heißt aus dem Bezirksamt Hamburg Mitte. Dennoch habe die Behörde in der Vergangenheit auch Platzverweise erteilt, weil dieses Verhalten die Verkehrssicherheit gefährdet. Die Polizei ist auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. „Betroffene Autofahrer, die bedrängt oder genötigt werden, sollten sofort die Polizei unter 110 verständigen. Hierbei handelt es sich um eine Straftat“, sagt eine Polizeisprecherin.

Scheibenputzer an der AmpelOsteuropäischen Personen stehen an der Bürgerweide Ecke Wallstraße und betteln nach Geld. Ungefragt beginnen sie einfach mit dem Putzen der Frontscheibe – ist erstmal der Anfang gemacht, werden Autofahrer so zum Zahlen genötigt.