Bundesinitiative „Schule gegen sexuelle Gewalt“

Symbolfoto: Schüler einer Hamburger Schule sitzen in der Klasse. Foto: FoTe-Press

(ha/pp). Hamburg setzt ab sofort nach den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hessen und Schleswig-Holstein die bundesweite Initiative „Schule gegen sexuelle Gewalt“ des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs um, die zum Ziel hat, alle 30.000 Schulen in Deutschland bei der Entwicklung von Konzepten zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor sexueller Gewalt zu unterstützen. „Der Verdacht eines sexuellen Übergriffs oder generell gewalttätigen Handelns in Schulen erfordert ein sensibles, aber auch klares und engagiertes Handeln. Eine Kultur des Hinsehens und des Hinhörens muss Teil des Lebens und Lernens in der Schule sein“, sagt Bildungssenator Ties Rabe und begrüßt die Initiative als wichtige Ergänzung und Unterstützung bereits bestehender Präventions- und Kinderschutzangebote in Hamburg. „Sie braucht aber auch immer wieder die Bestätigung und die Versicherung im Unterricht, im Schulleben und im Kontakt mit den am Schulleben Beteiligten“, ergänzte Rabe.  Mit der Initiative „Schule gegen sexuelle Gewalt“ wollen der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, und die Hamburger Schulbehörde dazu beitragen, Unsicherheiten bei Schulleitungen, Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften im Umgang mit dem Thema sexuelle Gewalt abzubauen. Ziel ist es, das Schutzkonzepte in Hamburger Schulen weiterentwickelt und gelebter Alltag werden. Nach aktuellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erleiden oder erlitten rund eine Million Kinder und Jugendliche in Deutschland sexuelle Gewalt. „Wir müssen rein statistisch davon ausgehen, dass in jeder Klasse ein bis zwei Mädchen und Jungen von sexueller Gewalt betroffen sind“, verdeutlicht Rörig. „Schulen sollen Kompetenzorte sein, an denen betroffene Mädchen und Jungen Schutz und Hilfe finden. Hierfür braucht es Lehrerinnen und Lehrer, die ihre Signale erkennen und wissen, was im Verdachtsfall zu tun ist. Schutzkonzepte geben Sicherheit im Umgang auch mit diesem schwierigen Thema und tragen zu gelebtem Kinderschutz in einer jeden Schule bei“, sagt Rörig.

Hamburger Grundschulen konnten bereits seit 2015 an der bundesweiten Initiative zur Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs „Trau Dich“ teilnehmen, um Kinder besser vor Übergriffen zu schützen (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung).  Ungefähr 4.000 Schülerinnen und Schüler der Klassen 3 und 4 wurden im Rahmen von Theateraufführungen über ihre Rechte informiert, in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt und zum Thema sexuelle Gewalt aufgeklärt. Die Initiative des Unabhängigen Beauftragten „Schule gegen sexuelle Gewalt“ wird nun in Hamburg in die umfangreichen Maßnahmen zum Kinderschutz in Schulen eingebettet. Ein „Kinderschutzordner für Hamburger Schulen“ wird demnächst in alle allgemeinbildenden Schulen gehen. Er bietet eine Handlungsorientierung für die Weiterentwicklung eines standortspezifischen Kinderschutzkonzeptes in den Schulen an.

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